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Hilfestellungen

Feuchte verstehen.

Erklärungen und Rechenwerkzeuge zu Feuchte und Schimmel

Die meisten Feuchteprobleme lassen sich mit drei Größen erklären: Temperatur, Luftfeuchte und Oberflächentemperatur. Die folgenden Werkzeuge zeigen, wie sie zusammenhängen. Sie sind allgemein gehalten und ersetzen keine Untersuchung vor Ort.

01

Wann wächst Schimmel an einer Wand?

Entscheidend ist nicht die Feuchte im Raum, sondern die Feuchte an der Wandoberfläche. Und die hängt davon ab, wie kalt diese Oberfläche ist.

Der Grund: Die Luft im Raum enthält eine bestimmte Menge Wasserdampf. Kühlere Luft kann weniger davon aufnehmen. An einer kalten Wand kühlt die Luft ab – dieselbe Dampfmenge entspricht dort also einer höheren relativen Feuchte. Bei 20 °C und 55 % im Raum können an einer 13 °C kalten Ecke schon über 85 % herrschen.

Schimmel braucht kein flüssiges Wasser. Er beginnt baupraktisch bereits zu wachsen, wenn über längere Zeit etwa 80 % relative Feuchte an der Oberfläche vorliegen. Deshalb entsteht Schimmel so oft dort, wo es nie sichtbar nass war: in Raumecken, hinter Schränken, an Fensterlaibungen.

Die Oberflächentemperatur lässt sich mit einem einfachen Infrarot-Thermometer messen – wichtig ist, die kälteste Stelle zu treffen, meist die Ecke zwischen zwei Außenwänden oder der Übergang zur Decke.

Das Ergebnis beschreibt einen Zustand, keine Ursache. Ob dieser Zustand auf die Bausubstanz, die Haustechnik, die Nutzung oder auf das Zusammenspiel mehrerer Faktoren zurückgeht, lässt sich aus drei Zahlen nicht ableiten – das ist Gegenstand einer Untersuchung vor Ort.

02

Trocknet Lüften überhaupt?

„Mehr lüften“ ist der häufigste Rat bei Feuchteproblemen – und im Sommer häufig der falsche. Denn Lüften trocknet nur, wenn die Außenluft tatsächlich weniger Wasser enthält als die Raumluft.

Dabei hilft die relative Feuchte nicht weiter, weil sie sich auf die jeweilige Temperatur bezieht. Vergleichen muss man die absolute Feuchte in Gramm je Kubikmeter. Ein typischer Fall: Bei 22 °C und 60 % enthält die Raumluft etwa 11,6 g/m³. Warme Sommerluft mit 26 °C und 70 % enthält rund 17 g/m³ – Lüften bringt hier zusätzliche Feuchte ins Haus, besonders spürbar im kühlen Keller.

03

Taupunktberechnung

Der Taupunkt ist die Temperatur, bei der die Luft ihre Feuchte nicht mehr halten kann und Wasser ausfällt – als Nebel oder als Kondensat an einer Oberfläche. Alles, was kälter ist als der Taupunkt, beschlägt.

Der Taupunkt markiert die Grenze zum sichtbaren Wasser. Für Schimmel muss diese Grenze gar nicht erreicht werden – er wächst schon deutlich vorher.

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BDSH e.V. – geprüfter Sachverständiger Geprüfte Fachperson für optische Bau-Forensik VDI – Verein Deutscher Ingenieure Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz